Fototipps – 6 Objektiv-Typen erklärt!

Fototipps – 6 Objektiv-Typen erklärt!

Objektiv-Wirrwarr? Jetzt ist Schluss damit!

Bist du überwältigt von der Menge an verschiedenen Objektiven, die von den jeweiligen Kamera-Herstellern angeboten werden? Kein Wunder, denn zu jedem Kameramodell gibt es ein ganzes Arsenal an Objektiven. Irgendwie haben auch alle Objektive ihre Daseinsberechtigung, sei es im unterschiedlichen Einsatzgebiet oder auch im stark variierenden Preissegment. Um es gleich vorwegzunehmen, die Eierlegendewollmilchsau gibt es auch unter den Objektiven nicht!

 

Objektiv-Palette am Beispiel der Canon EF Serie

Objektiv-Spickzettel

Mein Objektiv-Spickzettel gibt dir eine schnelle einfache Übersicht, welches Objektiv für welche Art der Fotografie geeignet ist. 

Brennweite

35, 50, 85, 100, 135 mm

Objektivtyp

Festbrennweiten

Einsatzbereich

Portraits, Hochzeiten, Dokumentation

55 – 300 mm

Zoom Objektive

Tier- & Reisefotografie, Portraits, Hochzeiten

20 – 35 mm

Weitwinkel

Landschaftsfotografie, Architektur Innenräume

8-15 mm

Fisheye
(Ultra-Weitwinkel)

Kreativfotografie, Landschaften, Panorama, Architektur

50, 60, 100, 135, 180 mm

Makro Festbrennweiten

Detail-Fotografie
z.B. Blüten, Insekten

100 – 800 mm

Teleobjektive
(als Festbrenweite oder Zoom)
Sport-, Tier- und Astrofotografie

Objektive mit Festbrennweite

Das Hauptmerkmal von Festbrennweiten ist selbstsprechend. Diese Objketive haben eine fixe Brennweite! Du kannst also nicht hinein- oder herauszoomen, sprich den Bildwinkel verkleinern oder vergrößern. Um einen kleineren oder größeren Bildausschnitt zu erhalten, muss du dich also selber näher an das Motiv heran bewegen oder dich von diesem entfernen. Im ersten Moment erscheint dies unpraktisch. Allerdings ergeben sich durch die Bauart einige Vorzüge gegenüber Zoomobjektiven. Hier findest du 7 Gründe, die für Festbrennweiten sprechen.

Festbrennweiten eignen sich in der Regel für ALLE Arten von Fotografie, insbesondere für Portraits, Hochzeiten, Landschaft, Straßenfotografie, usw. 

Das Bild zeigt die unterschiedlichen Perspektiven bei verschiedenen Brennweiten. Ein Fisheye Objektiv eröffnet dir einen enorm großen Bildwinkel. Mit einem 24mm-Weitwinkel-Objektiv erhälst du eine weite Landschaftsszene. Mit einem 135mm-Objektiv holst du dein Motiv hingegen deutlich näher heran und das 200mm Tele sorgt für einen noch kleineren Bildausschnitt.

Hinweis:
Es gilt zu Beachten, dass der Bildwinkel auch von der Größe des Kamerasensors abhängt. Bei kleineren APS-C Senoren ergibt sich ein Zoomeffekt um das 1,6fache. Sprich ein 100mm Objektiv entspricht quasi einem 160mm Objektiv an einer Kamera mit Vollformatsensor.

Zoomobjektive

Der immense Vorteil von Zoomobjektiven liegt in ihrer enormen Vielseitigkeit. Mit dem flexiblen Brennweitenbereich können problemlos diverse Aufnahmesituationen abgedeckt werden. Du kannst also von ein und dem selben Standpunkt aus, bequem verschieden Bildkomposition allein durch die Wahl deiner Brennweite erstellen.

Sehr gebräuchliche Zoomobjektive sind 24-70mm, 24-105mm und 70-200mm. Mit der Kombination eines 24-70mm und eines 70-200mm hast du fast alle Motivbereiche abgedeckt, vor allem, wenn das 24-70mm auch noch eine Makro-Funktion hat. Für mich ist diese Kombination perfekt auf Reisen, da ich so nur 2 Objektive benötige.

24-70mm Zoomobjektiv

Warum nicht gleich ein 28-300mm Zoom?

Auch solche sogenannten Super-Zoomobjektive gibt es auf dem Markt. Es gibt sie also doch, die Eierlegendewollmilchsau unter den Objektiven? Nicht wirklich. Der enorme Zoombereich wird durch eine deutlich schlechtere Abbildungsqualität und geringere Lichtstärke erkauft. Nicht ganz ohne Grund werden diese Objektive auch als Suppen-Zoomobjektive verschrien.

Weitwinkel Objektive

Mit einem Weitwinkel-Objektiv erhälst du einen breiten Aufnahmebereich. Hierdurch ist diese Art von Objektiven prädestiniert für die Landschaftsfotografie. Durch ihre Bauart bedingt sind Weitwinkel-Objektive klein und leicht und somit auch auf Reisen oder Wanderungen ein guter Begleiter.

Vorsicht ist bei der Fotografie von Personen geboten, da diese Objektive insbesondere in den Randbereichen zu Verzerrungen neigen. 

20mm Weitwinkel Festbrennweite

Fisheye Objektive

Bei einem sogenannten Fisheye-Objektiv handelt es sich um ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv. Der Bildwinkel eines Fisheye-Objektivs ist bei gleicher Brennweite deutlich größer als der eines Weitwinkel-Objektivs. An einem Vollformatsensor hat ein 15 mm Fisheye einen 180 Grad Bildwinkel, ein 14 mm Weitwinkel hingegen nur einen Bildwinkel 130 Grad. Fisheye-Objektive neigen zu starken tonnenförmigen Verzerrungen. Im extremen Bereich von 8 mm, ergibt sich sogar ein Kreis als Bildformat.

8mm Fisheye

Aufgrund der sehr speziellen Eigenschaften werden Fisheye-Objektive oft in der kreativen Fotografie eingesetzt. Sehr beliebt sind Fisheye-Objektive auch bei Unterwasserfotografen. Große Motive können hier aus kurzer Distanz aufgenommen werden. Dies ist in der Unterwasserfotografie entscheidend.

15mm Fisheye

Makro Festbrennweiten

Bei einem Makro-Objektiv handelt es sich ebenfalls um ein Spezialobjektiv. Im Gegensatz zum Fisheye erfreut es sich jedoch deutlich größerer Beliebtheit. Einerseits sind die Einsatzbereiche vielfältiger. Andererseits lassen sich deutlich einfacher tolle Bilder mit Wow-Effekt erzielen.

Nah ran ist das Motto, um kleinste Details möglichst groß aufzunehmen. Viel Makro-Objektive ermöglichen einen Abbildungsmaßstab von 1:1 und bieten eine extreme Detailschärfe. So lassen sich beispielsweise feinste Härchen von Insekten scharf abbilden. Ein wenig Übung bedarf es allerdings um den Fokus richtig zu setzen, da der Bereich der Schärfentiefe relativ gering ist. 

100mm Makro Festbrennweite

Makro-Objektive eignen sich auch sehr gut um abstrakte Fotos von Strukturen aufzunehmen, z.B. von einem Blatt mit Wassertropfen. 

Nebst dem Nahbereich sind Makrobobjektive mit einer Brennweite im Bereich von 85 – 135 mm auch sehr beliebt in der Portraitfotografie, da sie knackscharf sind und gleichzeitig ein tolles Bokeh erlauben.

Teleobjektive

Du hat bestimmt die Situation vor Augen, wie eine Reihe von Fotografen mit Monsterobjektiven bei einem Sportevent auf Fotojagd gehen. Hierbei handelt es sich um extreme Telekobjektive. Diese kommen immer dann zum Einsatz, wenn es nicht möglich ist nah genug an das gewünschte Motiv heranzukommen. Typische Einsatzbereiche sind daher die Sportfotografie und die Tierfotografie. Extreme Teleobjektive im Bereich von > 600 mm werden in der Astrofotografie eingesetzt, um z.B. den Vollmond möglichst formatfüllend auf den Sensor zu bekommen.

Teleobjektive eignen sich besonders gut, um das Hauptmotiv vom Hintergrund freizustellen, d.h. den Hintergrund unscharf werden zu lassen.

Häufig eingesetzte Teleobjektive sind: 70-200mm, 70-300mm, 100-400mm, 300mm, 400mm, 600mm

100-400mm Telezoom

Auswahlhilfe von Canon

Canon biete auf der Webseite ein Tool zu Unterstützung bei der Objektivauswahl an:

Find-the-perfect-Lens

Falls dir der Beitrag gefällt, freue ich mich über deinen Kommentar. Gerne beantworte ich auch weitere Fragen zur Wahl des richtigen Objektivs. 

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